Die Pfarrei Lüsen

Die Pfarrei zum heiligen Georg Lüsen

Die Gemeinde Lüsen erstreckt sich von der Mündung der Lasanke in die Rienz bei Brixen über die Fraktion Petschied bis hin zum Fuß der Peitlerscharte. An der orografisch rechten Seite des Tales erhebt sich der Ortsteil Lüsen-Berg, die linke Seite grenzt an das Plosegebiet. Insgesamt zählt die Gemeinde 1 536 Einwohner. Das Dorf Lüsen liegt auf einer Höhe von 971 Metern.

Die Pfarrei Lüsen
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Die Pfarrei Lüsen

Wissenswertes über die Pfarrei Lüsen

Die Entstehung der Pfarrei muss sehr weit zurückliegen. Angenommen wird dies einerseits wegen einer Schenkung des Forstes Lüsen sowie deren Rückgabe an Bischof Zacharias im Jahr 893 und wegen des Patrons der Pfarrkirche, des heiligen Georg. Die Pfarrei könnte aber auch karolingischen Ursprungs sein, also bereits um 800 entstanden sein. Die Pfarrei Lüsen war damit eine der Urpfarreien der Diözese Bozen-Brixen.

Die Kirchen der Pfarrei Lüsen

Die Pfarrkirche zum heiligen Georg

Die Pfarrkirche wurde erstmals 1391 urkundlich erwähnt. An der Kirche wurden im Lauf der Jahrhunderte immer wieder Restaurierungs- und Erweiterungsarbeiten durchgeführt. Die Weihe der gesamten Kirche erfolgte 1502 durch Weihbischof Konrad Reichard. Bei der Kirchenerweiterung 1773-1775 wurden die gotischen Rippen entfernt und das Gewölbe mit barocken Fresken von Johann Mitterwurzer ausgemalt. Leider ist die Kirche bei einem verheerenden Dorfbrand im Jahr 1921 stark beschädigt worden. Der Wiederaufbau schritt infolge des Ersten Weltkriegs und der bevorstehenden Zeit des Faschismus nur langsam voran. 1923 konnte die neue Kirche geweiht werden, allerdings waren die Wände noch kahl und schmucklos. Der Priester Johannes Baptist Oberkofler, damals Kooperator in der Pfarrei, besserte die beschädigten Altarbilder aus. Nach einer Kirchenmaler-Ausbildung in München gestaltete er schließlich auch das Deckenfresko mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts (1927).

Die Pfarrei Lüsen

Das geräumige Kirchenschiff wird durch einen Triumphbogen vom Altarraum getrennt. Neben der Uhr erinnert eine Inschrift die Gläubigen an die Vergänglichkeit des Lebens und ruft zur Besinnung auf. An der Decke des Presbyteriums befindet sich seit 1958 anstelle der Anbetung des Allerheiligsten das Fresko Engelskonzert von Johann Baptist Oberkofler. Darauf abgebildet sitzt Maria auf einer Wolkenbank mit dem Jesuskind auf dem Schoß, umringt von betenden Engeln. Desgleichen wurde 1960 das alte Bild von Josef Schelzky, das den heiligen Georg auf dem Hochaltar zeigt, durch ein neues Altarbild von Oberkofler ersetzt. Nicht mehr hoch zu Ross, sondern kniend mit dem Speer im Rachen des Drachen schaut er nun dankbar zur Gottesmutter mit Kind empor, das segnend die Hand über den strahlenden Heiligen hält. Zudem schmücken den Hochaltar die Bistumspatrone St. Ingenium und St. Albuin. Über dem Hochaltar thront Gott mit Weltkugel und Zepter.

Schon in der frühen Baugeschichte werden bei den verschiedenen Erweiterungen und Neueinweihungen der Pfarrkirche immer drei Altäre angeführt. In der heutigen Form gehen diese mit Ausnahme des Volksaltars auf das Jahr 1816/17 zurück. Der linke Seitenaltar wird mit dem Rosenkranzbild von Georg Kachler aus dem Jahr 1917 geschmückt, sowie auf dem Oberblatt mit dem heiligen Josef von Josef Renzler aus dem Jahr 1817. Der rechte Seitenaltar zeigt den heiligen Sebastian von Georg Kachler, und das Oberblatt die Mutter Anna mit Maria. 14 Kreuzwegstationen – ein Jugendwerk von Johann Baptist Oberkofler – befinden sich an den Wänden der Kirche, wobei die dritte und die neunte Station verschollen sind und von Johann Pescoller nachgemalt wurden. Auf der Empore steht seit 1976 eine Pirchner-Orgel mit 13 Registern und 968 Pfeifen. Die Orgelverkleidung schnitzte der Oberwirt Josef Niedermayr

Zu den besonderen Kostbarkeiten der Pfarrkirche zählen die gotische Monstranz von Meister Christoph aus Brixen aus dem Jahr 1490 sowie ein wunderschöner barocker Kelch mit gegossenen Emailblättchen aus der Zeit um 1730 vom Brixner Goldschmied Thomas Valser.
Im Nordosten der Kirche erhebt sich neben der Sakristei der 46 Meter hohe Pfarrturm mit Eckquadern. Bis zum Dorfbrand war auf dem Turm die Jahreszahl 1472 erkennbar. Über vier größeren Schallfenstern mit Spitzbögen finden sich in den Dreiecksgiebeln vier kleinere mit gegabelten Mittelpfosten. Die achtseitige Spitzpyramide wurde mit Schindeln neu gedeckt, um einen Meter erhöht und mit einer größeren Kugel versehen (60 cm Durchmesser). Die Kirche schmückt außerdem das steinerne Taufbecken aus dem 14. Jahrhundert, das sich früher in St. Kilian befand. Das Kirchendach wurde 2002 mit roten Biberschwanz-Dachziegeln neu gestrichen.

Von 1567 bis 1884 läutete die große Glocke vom berühmten Tiroler Glockengießer Hans Löffler im Pfarrturm von Lüsen. Drei weitere Glocken stammten aus der Glockengießerei Grassmayr in Brixen (später Innsbruck) und Chiappani in Trient. Die ebenfalls bei Chiappani gegossenen fünf Glocken von 1885 blieben der Kirche nicht lange erhalten, denn während des Ersten Weltkriegs wurden alle fünf Glocken vom Turm genommen und mit der größeren nach St. Kilian und St. Nikolaus gebracht und mit dem Glöcklein zu Villpeder für Kriegszwecke eingeschmolzen. Die 1922 bei der Firma Ottolina von Serengo gegossenen und 1923 in Lüsen geweihten Glocken verteilten sich wie folgt: Die große Glocke wurde Maria Michaela geweiht (Ton C/ 1 970 kg), die zweite oder Sonntagsglocke wurde den heiligen Georg und Nikolaus geweiht (Ton D/ 1 250 kg), die dritte oder Ave-Glocke wurde den heiligen Margarita und Maria geweiht (Ton E/ 800 kg), die vierte oder Messglocke wurde den heiligen Kilian und Sebastian geweiht (Ton G/500 kg), die fünfte oder Wetterherrenglocke wurde Johannes Paulus geweiht (Ton C/ 250 kg) und schließlich das Sterbeglöckchen (68 kg), das dem heiligen Josef geweiht ist. Um eine bessere Harmonie des Geläuts herzustellen, wurde 1985 eine neue Glocke zu Ehren des heiligen Pater Josef Freinademetz (Ton A/1 480 kg) von der Firma Grassmayr in Innsbruck gegossen. Gleichzeitig wurde die elektrische Anlage des Glockengeläuts erneuert und der alte Glockenstuhl durch eine moderne Stahlkonstruktion ersetzt.

Von den plastischen Figuren fällt links neben dem nördlichen Seiteneingang besonders die Schmerzensmutter, die berühmte gotische Pietà, auf, die vermutlich 1415 vom Pfarrvikar Erasmus für den Marienaltar zu St. Kilian gestiftet wurde. Zwischen Kanzel und Sakristei-Eingang hängt ein wertvolles Kruzifix aus der Zeit um 1480. Über dem Eingang zur Sakristei steht die aus der St.-Nikolaus-Kirche in Petschied stammende und später aus Sicherheitsgründen hier verwahrte Figurengruppe St. Martin, St. Nikolaus und St. Silvester. Gegenüber der Pietà befindet sich die Figurengruppe mit dem heiligen Chinamissionar Josef Freinademetz, auf  einer Konsole an einem Pfeiler neben dem heiligen Freinademetz steht eine Herz-Jesu-Statue, und seit 1997 befindet sich neben dem rechten Seitenaltar (Sebastianaltar) das von Walter Kuenz aus Martell geschaffene Bronzedenkmal für Bischof Josef Gargitter, der 1917 in Lüsen geboren und 1987 zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt wurde. Er starb am 17. Juli 1991. Die Pfarrkirche wurde 2019 renoviert.

Die Kirche zum heiligen Kilian
Die Pfarrei Lüsen

Urkundlich erwähnt wurde diese Kirche, die an den Friedhof grenzt, erstmals im Jahr 1234. Der Kirchenpatron Kilian stammte aus Irland und missionierte zusammen mit seinen Gefährten in Würzburg. Dort wirkte er als Bischof und erlitt 689 den Märtyrertod. Einer der wertvollsten Teile der Kirche ist der Hochaltar, dessen Hauptschrein mit den Figuren und Flügeln spätgotischen Ursprungs ist. Im Schrein steht auf erhöhtem Postament der heilige Kilian mit Bischofsstab, zu seiner Rechten der Priester Kolonat mit Buch und Kelch und auf der anderen Seite der Diakon Totnan mit geschlossenem Buch. Der halbierte, aus dem Mantelwulst hervorragende Bischofsstab dürfte dem heiligen Kilian wohl erst später in die Hand gedrückt worden sein. An den Flügeln innen befinden sich die Reliefs der Ortspatrone, links der heilige Nikolaus und rechts der heilige Georg. An der Außenseite der Flügel ist rechts die heilige Dorothea abgebildet, und links kniet neben dem heiligen Apostel Thomas der Stifter des Altars in Chorrock mit Wappen und Schriftband. Es befinden sich außerdem zwei Seitenaltäre im Innenraum. Die St.-Kilian-Kirche wurde für längere Zeit als Taufkirche benutzt. Dies bezeugt ein steinernes Taufbecken aus dem 14. Jahrhundert, das später in die Pfarrkirche gebracht und dort aufgestellt wurde.

Von Gründonnerstag bis Ostermontag wird in der St-Kilian-Kirche von der Schützenkompanie das Heilige Grab betreut.

In der Vorhalle der Kirche befindet sich das Beinhaus (Totenkapelle). Vor dem Weihwasserbecken neben den Eingang ist auf einer Bodenplatte das viel besprengte Silvesterkreuz eingemeißelt. Der aus dem 16. Jahrhundert stammende Vorraum ist mit einem niedrigen Gratgewölbe versehen und weist Reste einer Rankenmalerei über der Lourdesgrotte auf, die 1888 als Dank für eine wundersame Heilung gestiftet wurde. Die gemauerte Altarmensa zeigt an der Westseite und das Allerseelenfresko mit dem heiligen Michael mit Feuerschwert und Seelenwaage.

Die Kirche zum heiligen Nikolaus in Petschied
Die Pfarrei Lüsen

Die Fraktion Petschied befindet sich südöstlich von Lüsen auf 1 072 Metern. Der Name ist rätoromanisch und bedeutet „Fichtenwald“. Hier befindet sich das Kirchlein zum heiligen Nikolaus. Zur Entstehung der Kirche gibt es unterschiedliche Angaben: Einer Legende nach soll die Kirche die Älteste im Tal sein (erbaut um 900), weiters gibt es die Vermutung, die Kirche sei unter Bischof Hartmann von Brixen in der Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut worden. Urkundlich scheint sie 1446 zusammen mit den Kirchen St. Georg und St. Kilian auf. Sicher scheint aber das Bestehen der Kirche im Jahr 1513.
Die Kirche ist dem aus Myra stammenden Bischof Nikolaus geweiht. Der gotische Aufbau, die Spitzbogenportale, zwei Spitzbogenfenster, eine bunte Rosette über der Empore sowie ein Netzgewölbe mit runden Schlusssteinen und einfachen Rippen kennzeichnen das Bild der Kirche. Der neugotische Altar enthält die Figuren des heiligen Nikolaus, des heiligen Martin und des heiligen Papstes Silvester.
An der Außenfassade befindet sich ein großes Christophorus-Fresko aus dem 16. Jahrhundert.

Bis 2018 fand in der Kirche zum heiligen Nikolaus jede Woche ein Gottesdienst am Donnerstag statt. Ende Juni wird der Petschieder Kirchtag mit einer heiligen Messe, Prozession und Bachsegen traditionell gefeiert. Am 06. Dezember (Nikolaustag) findet jedes Jahr um 17.00 Uhr eine kleine Andacht statt, anschließend erscheint der Nikolaus und übergibt jedem Kind ein rotes Säcken mit Nüssen, Mandarinen und Keksen. Dabei sind Kleinkinder von etwa einem Jahr (auch jünger) bis zu ca. 13 Jahren. Der Nikolaus verteilt jedes Jahr etwa 200 Säckchen. Am selben Abend wird um 19.30 Uhr noch ein Rorate gefeiert.

Die Kirchen zu den heiligen Bartholomäus und Klara am Pianer Kreuz
Die Pfarrei Lüsen

Erbaut wurde diese Kirche auf der Lüsner Alm in den Jahren 2001/2002. Kardinal Joseph Ratzinger, heute emeritierter Papst Benedikt XVI., setzte den Grundstein dazu. An diesem Ort gab es bereits früher eine Kapelle (vor 1751), die aber aufgrund zu ausgiebiger Feiern beim Almer Kirchtag zweimal abgetragen wurde. Im Jahr 2012 feierte die Pfarrgemeinde von Lüsen gemeinsam mit Bischof Ivo Muser und der Pfarrei Rodeneck eine heilige Messe.
Vor allem für die Wanderer soll diese Kapelle ein Ort des Gebetes, der Rast und des Schutzes sein.

Die Maria-Hilf-Kapelle zu Villpeder
Die Pfarrei Lüsen

Auf 1636 Metern steht neben dem Villpederer Hof eine Marienkapelle, die im Jahre 1751 anstelle des älteren aufgelassenen St.-Peter-Kirchleins errichtet wurde und sogar die Erlaubnis für die Messfeier am Sonntag erhielt. Dies gefiel dem damaligen Pfarrer Aichholzer aber nicht. Er hatte nämlich schon erwirkt, dass die Kapelle zu Pians auf der Alm (Pianer Kreuz) aufgelassen wurde, denn er wollte den Besuch des Gottesdienstes in der Pfarrkirche fördern. Die Maria-Hilf-Kapelle wurde trotzdem ein beliebter Wallfahrtsort, was nicht zuletzt die vielen Votivtafeln beweisen. Das Fest Maria Heimsuchung am 2. Juli wird immer noch feierlich mit einer Prozession begangen.
Die Kapelle diente verschiedenen Domherren, nicht zuletzt auch dem verstorbenen Bischof Josef Gargitter, die im sogenannten Herrenhäusl neben dem Hof zur Feier der Tagesmesse ihren Sommerurlaub verbrachten.

Das Huber-Kirchl auf Flitt

Auf dem weithin sichtbaren, schmalen Geländevorsprung der Fraktion Flitt erhebt sich auf 1380 Metern neben dem Huber Hof das gleichnamige Kirchlein, das 1913 von den Besitzern dieses Hofes erbaut wurde, nachdem der Wartscher Hof mit der dazugehörigen Kapelle aufgelassen worden war. Aus dieser Vorgängerkapelle stammt auch eine gotische Muttergottesstatue aus der Zeit um 1510, ein Geschenk des Priesters Andreas Kaser. Seit der in den Jahren 2003/04 vor allem durch die Schützenkompanie durchgeführten Restaurierung steht eine Kopie der Marienstatue auf dem wiedererrichteten Altar. Ein wertvolles Kruzifix aus dem 17. Jahrhundert hängt wieder an der Seitenwand.

Die Kapelle zu Kompatsch

Die Entstehung der Kapelle beim Soler in Petschied hängt damit zusammen, dass zwei Söhne Richard und Oswald Oberhauser den geistlichen Beruf ergriffen. Diese Marienkapelle wurde 1960/61 erbaut.

Die Kapelle zu Kreuzplon

Diese Kapelle wurde 1762 erbaut. Der kleine Altar mit dem Maria-Hilf-Bildnis stammt aus der Zeit um 1817.

Die Kapelle zu Niederst

Diese Kapelle ist Maria vom guten Rat geweiht und wurde 1811 erbaut.

Das Kreuzstöckl

An der Grenze zwischen Rodeneck und Lüsen wurde wahrscheinlich bald nach der Schenkung des „forestis ad Lusinum“ im Jahre 893 von bayrischen Mönchen als Zeichen der Besitznahme ein weithin sichtbares Kreuz errichtet, wonach der Kreuzner Hof und die Fraktion den Namen tragen. Das Kreuzstöckl verfügt über einen kleinen barocken Altar mit acht Kniebänken. Besondere Bekanntheit dieser Kapelle hat der „sechsfingerige Brotvater“, eine Holzskulptur mit sechs Fingern, die ein Brot in der linken Hand hält. Dies könnte auf die sechs Arbeitstage hinweisen.

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